Achtung - Lebensgefahr!

Umkirch, 18.11.2002. Mit rund 180 Besuchern und einer fröhlichen Stimmung ging gestern der 9. "XXL - der GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene" im Evang. Gemeindezentrum über die Bühne. Pfarrer Fritz Breisacher und sein XXL-Team bewegten sich dabei auf einem extrem dünnen Pfad mit großer Absturzgefahr: das ernste Thema "Achtung - Lebensgefahr!" fröhlich und zuversichtlich anzugehen.

Dass diese Gradwanderung ein schwieriges Unterfangen würde, war den Beteiligten von vornherein klar. Wie schon bei anderen XXLs stand auch diesmal die Frage im Vordergrund: Wie kann man ein solch ernstes Thema in seiner vielschichtigen Dimension in einem prinzipiell fröhlichen Gottesdienst wie dem XXL darstellen, ohne oberflächlich zu sein oder gar jemandes Gefühle zu verletzen.

Der Weg, den das Team ausgewählt hatte, kam an - zumindest zeigten das die Reaktionen nach dem Gottesdienst. Die Mischung aus Musik, Talk, Gospelchor, Theater und Ansprache hatte nachdenkliche, humorvolle, nahe gehende und provokante Elemente.

So startete die XXL-Band mit mächtig Schwung in den Gottesdienst; der Song "Bergvagabunden" passte nicht nur hervorragend zu dem mit großformatigen "Bergweltbildern" des Künstlers Jürgen Burkhard gestalteten Gottesdienstraum, sondern auch zum Interviewpartner des Abends, Gustav Danzeisen, der in unterhaltsamer Art von seinen Erlebnissen als Extrembergsteiger berichtete. Zweimal, so seine Ausführungen im Gespräch mit Moderator Jan Völkel, habe er in akuter Lebensgefahr geschwebt: Einmal, als bei einer Matterhornbesteigung ein Seil zu kurz war, und dann bei einer Klettertour, bei der er in einen Felsspalt stürzte. Nur sein Rucksack verhinderte damals, dass er nicht in die Tiefe stürzte, sondern zwischen den beiden Felswänden hängen blieb.

Mit einer ganz anderen Frage beschäftigte sich die Theatergruppe unter Leitung von Claudia Pflaum: Wie kann es sein, so die Grundfrage des Stücks, dass man aus zwei Frei-Losen das Todes-Los zieht? Hintergrund: Um die Schuld eines des Mordes Verdächtigten feststellen zu können, will General Landa ein "Gottesurteil" fällen lassen. Um sicher zu gehen, dass der Angeklagte auch wirklich schuldig gesprochen wird, und aus Prestigegründen legt er aber nicht ein Frei- und ein Todes-Los in die Losbox, sondern zwei Todes-Lose. Der Verdächtige, der ein solcherlei gezinktes Spiel vermutet, verschluckt das gezogene Los blitzschnell, um klar zu machen: Wenn in der Box nun ein Todes-Los ist, hat er das Frei-Los gezogen und ist unschuldig. Was jedoch keiner weiß: Die Witwe des Mordopfers hat im Vorfeld die beiden Todeslose gegen zwei Freilose ausgetauscht, um General Lander einen Strich durch die Rechnung zu machen. Folglich zieht der Angeklagte ein Freilos, verschluckt es, und dadurch wird es zum Todes-Los.

In seiner Ansprache ging Pfarrer Fritz Breisacher direkt auf dieses Theaterstück ein: So wie der Angeklagte unschuldig das Todes-Los gezogen hätte, so ging auch Jesus unschuldig ans Kreuz, um uns aus der Gefahr des Todes zu retten. "Achtung - Lebensgefahr!" bekomme bei Gott eine völlig neue Bedeutung: Der Glaubende stehe nicht in der Gefahr, das Leben zu verlieren, sondern Leben zu gewinnen.

Mit zahlreichen Publikumsfragen beim anschließenden Kreuzverhör und dem mutmachenden Schlusslied "Put your hand" der hervorragend aufspielenden XXL-Band ging dieser XXL-GottesEXTRAdienst zu Ende. Als "Schmankerl" bekamen die Besucher beim Ausgang jeweils einen Lebkuchen in Knotenform als Sinnbild für die großartige Möglichkeit, sein Leben bei Gott festzumachen zu können, überreicht. Großen Anklang fanden auch diesmal wieder das BistroCafé und das Kinderprogramm, in dem 35 Kinder bastelten und spannende Geschichten hörten.

Den nächsten "XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene" werden wir am 2. Februar 2003, 17 Uhr, zum Thema "Ewige Jugend ist einfach Wahnsinn!" feiern. Dafür suchen wir insbesondere noch Menschen, die das Kinderprogrammteam um Maria Gibson - ohne viel eigene Vorbereitung - bei der Betreuung der zahlreichen Kinder für die Dauer des Gottesdienstes unterstützen möchten.


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