Einer geht noch ... die Sucht nach Leben

Umkirch, 16. Juli 2007. Auch nahezu tropische Temperaturen hatten rund 150 Besucher nicht davon abhalten können, am gestrigen Sonntag den 25. XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene im Umkircher Evangelischen Gemeindezentrum zu besuchen, und man muss es sagen: Jeder Schweißtropfen war es wert, die einzelnen Programmpunkte dieses außergewöhnlichen Gottesdienstes mitzubekommen. Zum Thema "Einer geht noch - die Sucht nach Leben" hatten sich Pfarrer Fritz Breisacher und sein etwa 30-köpfiges Team wieder viele kreative Elemente einfallen lassen.

Der erste Höhepunkt war der Besuch von Dipl.-Ing. Roland Unterhinninghofen, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Karlsruhe (TH) anschaulich aus seiner Forschungstätigkeit im Bereich der Herzbildgebung und Herzklappendiagnose berichtete. Mittels multimedialer Präsentation bot Unterhinninghofen nicht nur einen interessanten Einblick in diesen hochkomplexen Bereich topmoderner Medizintechnik, sondern kam im Gespräch mit Moderator Jan Völkel auch einfühlsam auf ethische Fragen und Grenzen der modernen Medizin zu sprechen. Die Entscheidung, so der Karlsruher Doktorand, ob Leben von Schwerstkranken mittels Beatmungs- und sonstiger Maschinen erhalten und verlängert werden solle, liege zwar immer noch einzig und allein bei den Ärzten; die medizinische Technik würde aber die für diese Entscheidung benötigten Informationen beständig präzisieren und damit die Diskussionsgrundlage der Mediziner entscheidend verbessern.

In einer gänzlich andere Richtung zielte das von Christa Rinklin geschriebene Theaterstück (Regie: Stephanie Manz): Eine ältere Frau müht sich in ihrem Kleingarten zwischen verkümmerten Pflänzchen ab, und die vorbeikommenden Menschen werden allesamt um ihren sichtbaren Erfolg beneidet. Nur mühsam entdeckt sie, dass sie vor lauter Gier irgendwann ganz alleine dasteht, während ihr Nachbar, von Gunst erfüllt, das Glück des Lebens entdeckt hat. "Sucht nach Leben" darf also nicht mit der "Gier nach immer mehr" verwechselt werden.

Diesen Gedanken nahm auch Pfarrer Fritz Breisacher in seiner nachdenkenswerten Ansprache auf.

Die musikalische Gestaltung hatten wiederum die RainbowSingers unter Chorleiter Jochen Stuppi sowie die XXL-Band unter Leitung von Andreas Gehrke und Nancy Vogler übernommen. Beide Gruppen bewegten die Zuhörer mit stimmungsvollen Balladen und sommerfrischen Rockklängen. Chorleiter Jochen Stuppi und Bandbassistin Marlene Herrschaft wurden gegen Ende des Gottesdienstes offiziell von Fritz Breisacher aus dem XXL-Mitarbeiterteam verabschiedet: Jochen Stuppi geht für ein Jahr als "Assistant Teacher" nach Sheffield, Marlene Herrschaft beginnt ihr Studium in Mannheim.

Parallel zum XXL-GottesEXTRAdienst organisierte Barbara Gassenbauer im separaten Kinderprogramm Basteln, Malen und Spielen. Dies machte den Kindern sichtlich Spaß, ebenso wie das im schattigen Kirchgarten aufgebaute BistroCafé, in dem nach Gottesdienstende zahlreiche Besucher bei Steaks und Salaten noch lange zusammenblieben.


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