Fluch in der Karibik

Umkirch, 21. August 2008. Am 20. Juli feierte die Evang. Kirchengemeinde Umkirch ihren 28. XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene, diesmal zum Thema "Fluch in der Karibik". Motiviert durch die anstehenden Sommerferien boten Pfarrer Fritz Breisacher und sein etwa 30-köpfiges Team ein abwechslungsreiches Programm, das sich rund um die "Karibik" als Traumziel vieler Urlauber drehte.

Dass der Traumurlaub dabei oftmals nur einen Liegestuhl vom absoluten Desaster entfernt ist, wurde auf verschiedene Weise deutlich. Zum einen thematisierte die XXL-Theatertruppe unter Leitung von Christa Rinklin, Stephanie Manz und Elke Gerriets den "ganz normalen Urlaubswahnsinn", zum anderen berichtete Prof. Dr. Hans F. Illy, Mitarbeiter am Freiburger Arnold-Bergstraesser-Institut, von zahlreichen "Schattenseiten" auf den Karibischen Inseln: Armut, Abhängigkeiten und politische Instabilitäten sind auf vielen der kleinen Sonneninseln alltägliche Probleme der dortigen Bewohner.

Vom "Fluch in der Karibik" zur "Flucht in die Karibik" spannte Fritz Breisacher die Gedankengänge seiner Ansprache... Auszug aus der Ansprache: "Man will eigentlich vor etwas fliehen, was gar nicht geht, weil wir es ja selber mitnehmen – oder noch exakter, weil wir es selber sind. Der gedankliche Fehler liegt wohl darin, dass ich mit dem Urlaub ein Dortsein verbinde, statt dass ich mit dem Urlaub ein Da-Sein verbinde. Ich will irgendwo hin, nur raus aus dem Alltagstrott, statt den Urlaub so zu gestalten, dass er mich verändert. Dabei soll ich nicht IM Urlaub ein anderer Mensch sein, sondern ihn so anlegen, dass ich NACH dem Urlaub ein anderer Mensch bin.

Es reicht noch nicht, wenn die Füße im Meer baumeln. Obwohl ich es liebe: das Geräusch der Wellen am Strand, den harzigen Duft der Pinien, wenn man Abends noch mal nach dem Duschen und Abendessen durch den Urlaubsort schlendert, die Hitze in den Steinen an der Uferpromenade, die auch noch lange nach Sonnenuntergang wärmt und strahlt, das ununterbrochene Zirpen der Grillen, das erst kurz vor der Morgendämmerung aufhört, dieses ganz besondere Licht, das über dem Wasser liegt, wenn sich der Tag neigt. Die Gerüche der Früchte und Gewürze auf den Märkten. Aber es reicht noch nicht für einen erholsamen Urlaub.

Zum gelungenen Urlaub müssen nicht nur die Füße im Meer baumeln. Sondern muss auch die Seele im Himmel baumeln. Es genügt nicht, wenn ich im Urlaub das suche, was ich zu Hause auch kenne: Schnitzel und McDonalds. Es macht keinen Sinn, zigtausende von Kilometern zu fliegen, mal ganz abgesehen von der ökologischen und ökonomischen Problematik – wenn ich damit vor mir selber fliehen will. Auf dem Flug in die Karibik nehme ich mich selber mit, das ist vielleicht der Fluch in der Karibik."

Musikalisch hatten XXL-Band und Rainbow Singers wieder Packendes und Wohlklingendes einstudiert. Wehmut kam ganz am Ende des Gottesdienstes auf, als sich die Sängerinnen mit einem großen Blumenstrauß von ihrer Dirigentin Elisa Denk verabschiedeten, die nach erfolgreichem Studienabschluss Umkirch aus beruflichen Gründen verlassen muss. Beim abschließenden Bistro-Cafe (organisiert von Familie Alberts), blieben zahlreiche Besucher noch bei Fleischkäsweckle und einem kühlen Erfrischungsgetränk sitzen und tauschten sich über die bunten und abwechslungsreichen Eindrücke dieses Gottesdienstes aus.

Nach der anstehenden Sommerpause wird der nächste XXL-GottesEXTRAdienst erst am 30. November um 18 Uhr zum Thema "Die Zwei von der Zankstelle" stattfinden.


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