Freundschaft mit Gott

Umkirch, 27.11.2006. Mit rund 150 Besucherinnen und Besuchern und etwa 30 Mitwirkenden feierte die Evang. Kirchengemeinde Umkirch gestern ihren 23. XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene. Das Motto "Freundschaft mit Gott" entpuppte sich dabei als ebenso vielseitiges wie feinfühliges Thema, das von Band, Theatergruppe, Ansprache und Interview aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wurde.

Was Freundschaft ist und vor allem: Was Freundschaft nicht ist, kam im Gespräch mit dem Interviewgast des Abends, Prof. Dr. med. Eberhard Schulz, zum Ausdruck. Als Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Freiburger Universitätsklinikum berichtete er nicht nur von seinen beruflichen Erfahrungen, sondern gab auch viel "theoretisches Wissen" rund um Freundschaft und Beziehung preis. So seien viele Jugendliche schlicht nicht zu echter Freundschaft fähig, weil sie weder sich selbst noch andere richtig einschätzen könnten bzw. sie aufgrund ihrer entwicklungspsychologischen Stufe noch kaum in der Lage sind, den Perspektivenwechsel zur Sichtweise des Gegenübers einzunehmen.

Die XXL-Theatergruppe entführte die Zuschauer in einem von Christa Rinklin geschriebenen Stück anschließend auf die Kundentoilette der Kaufhauskette "Freund-Schafts-Preis", bei der sich ein feinsinniger Dialog zwischen gekündigtem Angestellten (Thomas Hohwieler), Kaufhauschef (Bernhard Pflaum) und Putzdame (Ruth Dangel) entspann. Der Kaufhauschef, der nur die Gewinnmaximierung seines Unternehmens im Blick hat, merkt erst vorm Spiegel, dass Freundschaft ungleich wichtiger ist als Profit, und dass Menschen auf eigene Chancen und den guten Willen anderer angewiesen sind - so auch die arbeitslose Mutter (Stephanie Manz), die gestresst auf die Toilette kommt, damit ihr Sohn (Richard Schulz) sich vor dem Bewerbungsgespräch mal noch schnell die Hände wäscht.

Die Ausführungen von Prof. Schulz nahm Pfarrer Fritz Breisacher als Ausgangspunkt in seine pointierte Ansprache auf. Sechs charakteristische Kennzeichen von Freundschaft, so der Pfarrer, seien folgende: Gute Freundschaften bestehen aus Geben und Nehmen. Gute Freunde verstehen uns. Gute Freunde bauen uns auf. Gute Freunde helfen und fördern uns. Gute Freunde stehen zu uns. Und: Gute Freunde fordern uns heraus. Der Clou dabei: Das, was über Freundschaft gesagt werde könne, treffe uneingeschränkt auch auf Gott zu. O-Ton Breisacher: "Für mich ist die Erkenntnis, dass Gott mich liebt und dass er mich bedingungslos annimmt, der wichtigste Schlüssel zur Selbstannahme überhaupt. Wenn Sie Freundschaft schließen wollen, mit sich selber und mit anderen schließen wollen, nehmen Sie das Freundschaftsangebot Gottes an. Und beginnen Sie, sich selbst und den Anderen mit Gottes Augen zu sehen. Gott liebt Sie. Er hält Sie für wertvoll. Gott sieht das Potenzial in Ihnen. Und Er hält Sie trotz aller Fehler und Schwächen für ungemein liebenswert."

Die Gefühle guter Freundschaft versuchten Band und Chor mit absolut hörens- und nachdenkenswerten Liedern zu vermitteln. Die Musiker der XXL-Band um Gitarrist Andreas Gehrke und Lead-Sängerin Nancy Vogler (weitere Musiker: Marlene Herrschaft am Kontrabass und Gesang, Christa Rinklin am Saxophon und Gesang sowie Patrick Schillinger am Schlagzeug) präsentierten teils "Highlights" vergangener XXLs im neuen Gewand (herausragend: "Why?" von Tracy Chapman und "You've got a friend" von Carol King), teils neue Stücke wie "Wade in the water". Völlig neu präsentierten sich auch die "RainbowSingers" unter ihrem neuen Chorleiter Jochen Stuppi: Bei "Deine Spuren im Sand", "I'm gonna sing" und dem schwedischen "Vem kan segla förutan vind?" sprang der Funke der Begeisterung schnell aufs Publikum über.

Nach abwechslungsreichen 90 Minuten trafen sich die Zuschauer im von Brigitte Ebert, Astrid Laug und Patricia Fritschi sowie einigen Konfirmandinnen organisierten BistroCafé bei Kürbissuppe, Wienerle und Pizza-Baguettes.

Die 16 Kinder im von Barbara Gassenbauer und Helferinnen durchgeführten Kinderprogramm hatten nicht nur eine spannende Geschichte gehört, sondern aus Butterkeksen auch kleine "Hexenhäuschen" gebastelt, die anschließend mitgenommen werden konnten - oder schon an Ort und Stelle verspeist wurden.


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