Leben auf der Bananenschale - Ist Gott gerecht?

Die Evang. Kirchengemeinde Umkirch feierte am 25. März 2001 ihren 3. "XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene" mit rund 160 Besuchern. Wie gut die fast schon traditionellen XXL-GottesEXTRAdienste angenommen werden, zeigt nicht nur die hohe Besucheranzahl, sondern die auch fast ausnahmslos positive Reaktion nach dem Gottesdienst.

Das diesmalige Thema "Leben auf der Bananenschale - Ist Gott gerecht?" entpuppte sich als ebenso interessantes wie spannendes Thema. Dahinter verbarg sich die Überlegung, ob Gott angesichts der vielen großen und kleinen Schicksalsschläge gerecht ist oder nicht. Interviewgast Dr. Hans Peter Dünkel, Vorsitzender Richter am Landgericht in Freiburg, berichtete in einem Gespräch mit Moderator Jan Völkel, wie schwierig es oft ist, in Strafverfahren gerechte Urteile zu fällen. Nicht nur die Ermittlung des exakten Tathergangs bereite häufig Schwierigkeiten, auch das "Finden" eines gerechten Urteils an sich sei bisweilen unmöglich. Und dies, obwohl man als Richter verpflichtet sei, gerechte Urteile zu fällen. Dabei müsse aber berücksichtigt werden, dass ein großer Unterschied zwischen "juristischer Gerechtigkeit" und dem "Volksempfinden von Gerechtigkeit" bestehe.

Die "Bananenschalen des täglichen Lebens" wurden im anschließenden Theaterstück (Drehbuch und Regie: Claudia Pflaum) thematisiert. Dabei wurde klar, dass zwischen Alptraum und Wirklichkeit oft keine klaren Grenzen zu ziehen sind; der Geburtstagsgruß, die Anerkennung, das Leben in der Familie entpuppen sich oft als verletzend, erniedrigend, entmutigend. Die Bananenschalen, die uns immer wieder zum Stolpern bringen, haben eben ganz unterschiedliche Gesichter, und jeder nimmt sie anders wahr.

So lag es an Pfarrer Fritz Breisacher, diese beiden Themenblöcken (Gerechtigkeit und Schicksalsschläge) in seiner Ansprache zusammenzuführen. Die Frage nach Gottes Gerechtigkeit, so führte er aus, habe viele Antworten, aber kaum welche, die richtig zufrieden stellen könnten. Leid sei keine Strafe, Leid sei auch nicht von Gott gewollt, sondern eher eine Prüfung. Halte ich mich auch im Leid an Gott oder wende ich mich von ihm ab? Anhand einer bestickten Tischdecke machte Pfarrer Breisacher klar: Es kommt auf die richtige Perspektive an. Ein Stickwerk, das von der Unterseite hässlich und ungeordnet aussieht, ist trotzdem etwas Schönes und Gutes; man muss es nur umdrehen. Und so frage er auch nicht mehr, ob Gott gerecht sei, sondern, "ob ich Gott recht bin".

Musikalisch umrahmt wurde auch dieser XXL-GottesEXTRAdienst wieder von der XXL-Band und dem Gospelchor "RainbowSingers" unter der Leitung von Torsten Schwarz. Im anschließenden BistroCafé für Ausgehungerte (organisiert von Brigitte Ebert und Astrid Laug) blieben viele Besucher noch bei Baguette und Bananenmilch sitzen. Im parallel zum XXL-GottesEXTRAdienst verlaufenden Kinderprogramm hatten Beatrix Hank und Ariane Harder die "Schöpfungsgeschichte" thematisiert und mit Liedern und Basteleien mit den Kindern "erarbeitet".

Etwas Besonderes erwartete die Besucher dann ganz am Ende: Die Firma Edeka/Neukauf hatte 250 Bananen für diesen Gottesdienst gespendet, und so konnte jeder eine Banane als Erinnerung mit nach Hause nehmen.


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