Leben auf Teufel komm raus ...

3. Juli 2011. Wohin ein "Leben auf Teufel komm raus" führen kann, wollten Pfarrer Fritz Breisacher und sein Mitarbeiterteam anlässlich des 37. XXL-GottesEXTRAdienstes für Ausgeschlafene wissen. Egoismus, kurzsichtiges Denken und Wohlstandsstreben um jeden Preis wurden von der XXL-Band, der Theatergruppe und im Interview ins Visier genommen.

Interviewgast war Werner Higel, Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt Freiburg, der sich den Fragen von Marius Blüm stellte. Diesen interessierte nicht nur, wie ein Pfarrer "in den Knast" kommt, sondern auch wie sich die Gesellschaft gegenüber Straffälligen verhalten sollte und ob man als Pfarrer vielleicht sogar etwas von ihnen lernen könne. In seiner erfrischenden Art berichtete Werner Higel von seinem Alltag hinter unzähligen verschlossenen Türen und gab dabei zu bedenken, dass in jedem Straftäter auch ein Mensch stecke, der eine zweite Chance verdiene.

In seiner Ansprache betrachtete Pfarrer Fritz Breisacher Martin Luthers Sicht und Lehre vom "in sich selbst gekrümmten Menschen", der sich als Mittelpunkt der Welt sieht und zu Egoismus und Rücksichtslosigkeit neigt. Fritz Breisacher führte dies darauf zurück, dass dem Menschen auf der Suche nach sich selbst die Beziehung zu Gott fremd geworden ist. Der Mensch habe die Wahl: Er könne sein Selbstwertgefühl und seine Wertschätzung aus Überfluss und kurzsichtigem Denken oder aus einem Miteinander mit dem Nächsten und mit Gott als Mitte beziehen.

Musikalisch setzte sich die XXL-Band mit dem Thema auseinander, indem sie Stücke auswählte, die unterschiedlichste Lebensweisen und Schicksale "auf Teufel komm raus" beleuchten - vom alkoholsüchtigen, verwahrlosten Junggesellen über Sinnsuchende, Revolutionäre und Tagträumer bis hin zu zwei Verliebten.

Im BistroCafé servierte Familie Alberts zum Abschluss "Teufelswurst", die von den Gottesdienstbesuchern getrost genossen werden konnte.


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