Monster unterm Bett - vom Umgang mit Ängsten

Umkirch, 22. Oktober 2007. Mit rund 130 Besuchern feierte die Evang. Kirchengemeinde Umkirch gestern ihren 26. XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene. Das Thema "Monster unterm Bett - vom Umgang mit Ängsten" spannte dabei einen weiten Bogen von Schlaferkrankungen über Risikoabsicherungen bis hin zu der Erkenntnis, dass viele Ängste aus einem Mangel an Beziehungen resultieren: Beziehungen zu Menschen, aber insbesondere Beziehungen zu Gott.

Den Auftakt machte Dr. Hubert Trötschler, Schlafmediziner und Leiter des Schlaflabors am Diakoniekrankenhaus Freiburg, der im Gespräch mit Moderator Jan Völkel interessante Erkenntnisse aus dem Bereich der Schlafstörungen und ihrer Behandlungsmöglichkeiten gab. Das allseits bekannte und gefürchtete Schnarchen sei nur ein Aspekt des Problems; akut würden Schlafstörungen dann, wenn sie das Handeln des betroffenen Menschen akut beeinträchtigen würden; 30% aller Verkehrsunfälle, so seine Schätzung, seien beispielsweise auf Schlafmangel zurückzuführen. Im Schlaflabor könnte das individuelle Schlafverhalten genau überprüft und Störungen auf ihre Ursachen untersucht werden; die medizinische Forschung, die sich erst seit ca. 15 Jahren mit Schlafstörungen intensiv auseinandersetzt, könne hier bereits etliche Behandlungsmöglichkeiten anbieten; so würden in einer speziellen Schlafschule Antworten auf gezielte Fragen gegeben und der Schlaf dadurch verbessert.

Die XXL-Theatergruppe befasste sich im von Christa Rinklin und Ilias Moussorakos selbstgeschriebenen Stück mit verschiedenen Phobien und der Möglichkeit, diese loszuwerden. Verschiedene Versicherungen oder medizinische Behandlungen würden Ängste, so wurde eindrucksvoll dargestellt, letztlich nur oberflächlich kaschieren, aber nicht beseitigen. Der "ewige Angst-Kreislauf" lasse sich stattdessen mit Liebe, Vertrauen und Glauben durchbrechen.

Diesen Gedanken nahm Pfarrer Fritz Breisacher in seiner Ansprache auf. Ausgehend von den vier Grundängsten des Menschen (Angst vor der Selbsthingabe, Angst vor der Selbstwerdung, Angst vor der Wandlung, Angst vor der Notwendigkeit; nach Fritz Riemann) spannte er den Bogen zu einer der bekanntesten biblischen Aussagen: "Fürchte Dich nicht!". Das Loslassen von Furcht lasse sich, so Breisacher, allerdings nicht "auf Befehl" ausführen, vielmehr brauche es Vertrauen zu dem, der einem die Angst nehmen könne. Die Mutter, die eher unwirsch zu ihrem Kind sage, es brauche sich doch nicht zu fürchten, würde dem Kind kaum helfen, wenn dieses der Mutter in diesem Moment die Lösung des Angstproblems nicht zutraue. Aber da, wo sich ein Ängstigender Ernst genommen und beschützt fühle, da könne die Angst weichen. Gottes Nähe würde an solchen Punkten ganz konkret: Wenn ich Gottes Beistand glaube und spüre, würde vielen Angstursachen der Grund entzogen.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von einer erneut druckvoll aufspielenden Band (Andreas Gehrke, Gitarre / Stephanie Manz, E-Piano / Christa Rinklin, Saxophon und Gesang / Patrick Schillinger, Schlagzeug / Thomas Schittenhelm, Bass / Nancy Vogler, Gitarre und Gesang) sowie zwei Solostücken von Stephanie Manz am E-Piano geprägt.

Im anschließenden BistroCafé (organisiert von Elke Gerriets, Astrid Laug und Monika Strobel) blieben zahlreiche Besucher nach dem Gottesdienst noch in geselliger Runde beisammen.


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