Schachmatt - Niederlagen, Ausgebranntsein, es wird mir alles zuviel

Umkirch, 2. August 2009. Mit rund 100 Besuchern feierte die Evang. Kirchengemeinde Umkirch am vergangenen Sonntag ihren 31. XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene.

Vor den Sommerferien hatten Pfarrer Fritz Breisacher und sein Team zu einem anspruchsvollen Thema ins Gemeindezentrum geladen: Unter dem Motto „Schach matt!“ drehte sich dieses Mal alles um persönliche Krisen, seien sie finanzieller, gesundheitlicher oder gänzlich anderer Art.

„Es ist vorbei“, sang die Band zu Beginn des Gottesdienstes, und stimmte damit die Besucher auf ganz eigene Weise auf das Thema ein. Diese Vorlage nutzte Norbert Rieflin, Schuldenberater bei der Sparkasse Staufen-Breisach, um im Gespräch mit Moderator Jan Völkel den Hauptteil seiner Tätigkeit zu beschreiben; Kunden klarzumachen, dass eben nicht alles vorbei sei, sondern dass in der weit überwiegenden Zahl aller Fälle auch hoch verschuldete Menschen finanziell wieder „auf die Beine kommen“ könnten. Er führte aus, wie wichtig ihm die „Würde“ des Kunden sei, auch wenn dieser sich hinsichtlich seiner Geldanlagen völlig vertan habe und nun vor der Pleite stehe. Er habe eben nicht nur das Konto des Kunden, sondern stets auch die Seele des Menschen im Blick.

Den Unterschied zwischen Schein und Sein, Fremd- und Eigenwahrnehmung thematisierte die XXL-Theatergruppe. Herr Kleininger, der da so fröhlich-triumphierend durch den Gemeindesaal und durch das Leben schlenderte, der sich topfit und mitten im Leben fühlt –den erwarten in Wirklichkeit der Rausschmiss aus dem Job, ein OP-Tisch im Krankenhaus, und die Scheidung seiner Frau. Und er, der plötzlich aufgefordert wird, alles hinter sich zu lassen und Gott nachzufolgen, kann es nicht fassen: „Ich? Wieso denn ich? Mir geht es gut!“ Das Stück, geschrieben von Christa Rinklin und unter der Regie und Ausstattung von Stephanie Manz sowie Elke Gerriets auf die Bühne gebracht, machte auf humorvolle Weise klar, wie nahe Glück und Unglück beieinander liegen. Ein falscher Zug, und das Spiel ist aus. Diesen Gedanken nahm auch Pfarrer Fritz Breisacher in seiner Ansprache auf: „Wie soll ich mit Dir Schach spielen, wenn Du mir immer meine Figuren klaust?“, fragte er zunächst verschmitzt in die Runde, doch kam dann schnell zur Sache.

Musikalisch überzeugten insbesondere die Sängerinnen des „Taktvoll“-Chores, die unter Leitung von Jochen Stuppi zwei wunderschöne Songs zum Besten gaben und damit bei den Zuhörern Gänsehaut auslösten. Ebenfalls spielfreudig präsentierte sich die XXL-Band, die nicht nur bekannte Radio-Ohrwürmer neu interpretierte, sondern mit „Walls of Protection“ auch ein von Gitarristin Nancy Herz selbstkomponiertes Stück auf die Bühne brachte.

Entsprechend angeregt ließen sich zahlreiche Besucher anschließend noch ins von Katharina Albertz organisierte BistroCafé einladen, um bei Wurstsalat und Käsebroten sowie manch guten Getränken über diesen eindrucksvollen Gottesdienst zu diskutieren.


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