Wofür hältst du mich ... fest?

Die Evang. Kirchengemeinde Umkirch feierte mit großem Erfolg ihren 6. XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene. Thema diesmal: "Wofür hältst Du mich ... fest?" Die Besucher ließen sich dabei packen von einem abwechslungsreichen Programm mit vielen eindrücklichen Elementen.

Das Gemeindezentrum konnte die zahlreichen Besucher kaum aufnehmen, so dass manche nur noch im Foyer Stehplätze fanden. Die Stimmung war dennoch bestens. Von der XXL-Band mit dem zum Thema passenden Song "Komm, halt mich fest" begrüßt, fanden die Zuschauer schnell Gefallen am "Gesprächspartner des Abends", Axel Müller aus Münstertal. Dieser, während eines Gesprächs mit Moderator Jan Völkel zu "Clown Akki" gewandelt, "erzählte" anschließend listig-lustig aus der Sicht eines Clowns die Geschichte von der Erfindung des Streichelns, nämlich, wie nach langem Hin und Her endlich die linke Hand die rechte Hand "an die Hand nimmt" und beide zusammen den Kopf und schließlich den ganzen Körper streicheln - und die XXL-Besucher aus der ersten Reihe obendrein gleich mit.

Wie sehr man an liebgewonnenen und althergebrachten Gewohnheiten "festhalten" möchte, verdeutlichte das folgende Theaterstück der XXL-Theatergruppe (Buch und Regie: Claudia Pflaum). Als ins tägliche Leben ganz normaler Menschen plötzlich ein Meistermaler tritt, ihnen liebevoll ihre Masken vom Gesicht nimmt und mit zärtlichen Pinselstrichen Farbe in ihr Leben bringt, lassen sich einige der Menschen dauerhaft verändern; andere wiederum setzen sofort ihre gewohnten Masken wieder auf.

Pfarrer Fritz Breisacher stellte in seiner Ansprache eine merkwürdige, aber interessante Frage: "Wofür hält Gott uns?" Dazu nannte er drei Stichworte, nämlich "erschaffenswert", "liebenswert" und "erlösenswert". Der Mensch sei Gott "so wertvoll, dass er es für wichtig und unumgänglich und möglich hält, ihn behutsam von den Masken und Rollen und Tarnungen los zu machen, zu befreien, zu erlösen." Die entscheidende Frage, warum Gott uns festhält, beantwortete Breisacher so: "Weil Gott unwahrscheinlich auf uns Menschen abfährt. Weil Gott sich diese Erde und seinen ganzen, großartigen Himmel nicht ohne uns Menschen denken will. Weil Gott zu uns steht, auch wenn wir Menschen gar nichts von ihm wissen wollen. Gott ist treu." Die Fragen des anschließenden Kreuzverhörs drehten sich weitgehend um menschliche Maskierungen aller Art. Statt "brutal" zu demaskieren, so Pfarrer Breisacher, solle man Menschen lieber ermutigen, ihre Masken abzunehmen und sich selber so anzunehmen, wie man sei.

Der Gospelchor "RainbowSingers" und die XXL-Band umrahmten mit beziehungsreichen Musikstücken das Programm, u. a. mit einem gemeinsamen Auftritt beim mit-reißenden Abschlussgospel "Chosen".

Liebevoll verzierte Wäscheklammern (als Sinnbild für's "Festhalten") mit beigefügter "Treuekarte" (einzulösen bei Gott) mit unbegrenzter Gültigkeitsdauer wurde den Besuchern zum Abschluss als Andenken mit auf den Weg gegeben. Dieser führte bei den meisten Besuchern direkt ins Bistro-Café, denn da waren diesmal - als Dankeschön für die große Spendenbereitschaft der Umkircher bei der letzten Spendenaktion - alle Speisen und Getränke kostenfrei.

Begeistert waren auch die rund 25 Kinder, die in ihrem separaten Kinderprogramm (organisiert von Maria-Helena Gibson, Beatrix Hank unter Mithilfe von Jana Bury und Sabine Lotze) gesungen, gebastelt und gespielt hatten.


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