Schwere Geburt

5. Dezember 2010. Wie sich eine schwere Geburt anfühlt, wo sie anfängt, wann sie endet und welche Chancen sich aus ihr ergeben – diese Gedanken brachte das Team des 35. XXL-GottesEXTRAdienstes für Ausgeschlafene trotz widriger Wetterverhältnisse den zahlreich erschienenen Besuchern näher.

Nach der Begrüßung durch Stephanie Manz, die auch gekonnt die Moderation übernahm, präsentierte erstmals Kirchengemeinderat Dr. Peter Mattheis als Interviewgast den ehemaligen Richter und Jugendstaatsanwalt Bernd Klippstein. Man konnte sich gut vorstellen, dass dieser bereits zahlreiche „schwere Geburten“ hinter sich hat – und wurde nicht enttäuscht. Herr Klippstein berichtete von einem Fall, bei dem ein straffälliger junger Mensch nach verschiedenen Stationen zum angesehenen Sommelier wurde. In einem anderen Fall beschrieb er, wie eine ehemals straffällige junge Frau das christliche Leben für sich entdeckt und damit ihrem Leben wieder einen Sinn gegeben hat. Als wichtig empfindet Herr Klippstein, dass die Gesellschaft mehr in die Prävention investiert. Sozialarbeiter, Kirchen und andere Organisationen könnten erzieherische Aufgaben in einem früheren Stadium noch besser wahrnehmen, ist er sich sicher. Dennoch werde es immer Straftaten geben; auch durch Prävention könne man sie nicht komplett aus der Welt schaffen.

Im Theaterteam hatte man sich darüber Gedanken gemacht, wo eine schwere Geburt bereits anfangen könnte. Dabei fiel der Blick auf das pränatale Stadium, genauer gesagt auf die menschlichen Keimzellen, die darum bemüht sind, auf die „Pole Position“ des Lebens zu gelangen. Welche menschlichen Züge sie dabei vielleicht an den Tag legen, wurde im Theaterstück auf amüsante Weise dargestellt.

In welchen Bereichen des täglichen Lebens es immer wieder schwere Geburten gibt, skizzierte Pfarrer Fritz Breisacher in seiner Ansprache. Beispielsweise in der Politik – Stichwort Stuttgart 21– gäbe es immer wieder Konflikte, weshalb man in Zukunft immer mehr gefordert sei, neue Verfahren zu entwickeln, um diese zu lösen, auch wenn es sich um wirklich schwere Geburten handle. Dabei stecke in einer schweren Geburt immer beides drin: das Leidvolle im Schweren einerseits und die Freude in der Geburt neuen Lebens andererseits. Mitten drin könne jeder dem menschenfreundlichen und menschgewordenen Gott begegnen – eine der größten Chancen unseres Lebens.

Musikalisch vielfältig präsentierte sich wieder die XXL-Band, dieses Mal mit ihren Neuzugängen Vanessa Stephan, Philip Wedelich und Julia Weidele und unterstützt im Background-Chor von Ines Döring-Albrecht und Annette Weidele. Neben bekannten Songs wie „Hymn“ von Barcley James Harvest, „If We Hold On Together“ von Diana Ross oder „The Storm Is Over“ von R. Kelly präsentierte die Band das von Nancy Herz auf Hebräisch gesungene Lied „Roni Bat Tziyon“, das auf seine ganz eigene Art auf die Adventszeit einstimmte.


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